Gleich zu Beginn der Ausstellung würden wir Dich gerne etwas fragen.
Das machen wir auch an den weiteren Stationen und zeigen Dir nach Deiner Abstimmung, wie die bisherigen Besucher*innen geantwortet haben. Deine Antwort geht direkt in das Gesamtergebnis ein.
Meinst Du, die Büroräume der Gestapo sahen im Nationalsozialismus in etwa so aus wie heute?
Das sagt Ihr:
Woran machst du das fest?
Du kannst mehrere Antworten auswählen.
An den:
Tatsächlich stammt manches in den Ausstellungsräumen aus den 1930er Jahren, so etwa die Türen und die Oberlichter. Nach 1945 hat die Kölner Stadtverwaltung das Gebäude genutzt und manches verändert. Anderes ist erst für die Ausstellung in den 1990er Jahren umgestaltet worden, wie die Wände oder der Boden.
Für die Einrichtung der Dauerausstellung im NS-DOK haben die Ausstellungsmacher- und Gestalter*innen die Wände gelblich lasiert und in eine Art »Rohbauzustand« versetzt. So kann der Eindruck entstehen, die Räume hätten auch schon im Nationalsozialismus so oder ähnlich ausgesehen. Die Wände der Gestapo-Zentrale waren aber wahrscheinlich weiß gekalkt.
Neben der Rauminszenierung – wie hier etwa die Lasur – soll auch die Gestaltung der Ausstellung selbst eine Wirkung erzeugen. Wie Ausstellungen zum Nationalsozialismus gestaltet werden, ändert sich immer wieder. Bis in die 2000er Jahre haben viele Ausstellungsmacher*innen eine Gestaltungssprache gewählt, die – wie auch im NS-DOK – nationalsozialistische Symbole aufruft: etwa die Reichsfarben schwarz, weiß, rot, Frakturschrift oder Ausstellungsmöbel, die an Wimpel und Fahnen erinnern.
Wenige Jahre später kritisierten Viele diesen Umgang – nicht zuletzt, weil die radikale Rechte die Reichsfarben und Frakturschrift bis heute nutzt, um ihre Ablehnung der Demokratie auszudrücken. Im Gegensatz dazu gingen Ausstellungsmacher*innen ab den 2000er Jahren dazu über, Ausstellungen zum Nationalsozialismus möglichst nüchtern und neutral zu halten: Sie wurden Grau.
Seit einigen Jahren setzen viele Erinnerungsorte wieder auf starke Farben, die allerdings gerade keinen inhaltlichen Bezug zum Nationalsozialismus haben. Sie sollen freundlich wirken und die Besucher*innen einladen, sich auf das Gezeigte einzulassen.
Ob vermeintlich neutral oder bewusst »modern farbig«: Rauminszenierungen und Ausstellungsgestaltung transportieren Stimmungen und Botschaften. Manchmal sind sie einfach zu entschlüsseln, aber oft bleiben sie unausgesprochen.
Sieh dich noch einmal um! Wie wirkt dieser Raum auf Dich?
Mehrere Antworten sind möglich:
Das sagt Ihr:
Danke für Dein Interesse. Zwei Räume weiter findest Du die nächste Station.
Bildnachweise:
1. Ausstellungsansicht © privat; 2. Einrichtung der Dauerausstellung im NS-Dokumentationszentrum, Köln 1996/1997 © Rheinisches Bildarchiv L 14911/5; 3. Dokumentationszentrum Reichsparteitagsgelände Nürnberg, 2001 © Stefan Meyer / Dokumentationszentrum Reichsparteitagegelände; 4. Flyer zur Ausstellung »Widerstand und Verfolgung in Köln 1933-1945« in Köln, 1974 © NS-DOK; 5. Katalog zur 1989 erarbeiteten Wanderausstellung »Justiz im Nationalsozialismus« © Wissenschaft und Politik von Nottbeck, Köln; 6. Ausstellungsansicht NS-Dokumentationszentrum München © NS-Dokumentationszentrum München, Foto: Connolly Weber Photography; 7. Ausstellungsansicht »Zwischen den Zeilen?«, Topographie des Terrors, Berlin © Natalie Toczek; 8. Ausstellungsansicht Gedenkstätte Bergen-Belsen © Fotograf: Hajotthu, Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: CC BY-SA 3.0; 9. Ausstellungsansicht Dokumentationszentrum Zwangsarbeit Berlin-Schöneweide © Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, Volker Kreidler; 10. Ausstellungsansicht Gedenkstätte Deutscher Widerstand, Berlin © Gedenkstätte Deutscher Widerstand / Georg Engels, Ulm; 11. Ausstellungansicht Gedenkstätte Brauweiler des LVR, 2024 © Vanessa Lange (LVR-ADR)








