Hier siehst Du das Symbol der Hitler-Jugend (HJ). Es ist eine stark vergrößerte Abbildung eines sehr kleinen Gegenstandes, der sich ebenfalls hier im Raum befindet. Findest Du ihn? Sieh nach links.
Ein Sohn der Familie Fahlbusch mit einem HJ-Abzeichen an der Uniform, 1934
Abzeichen von NS-Organisationen wurden im Nationalsozialismus als Massenware hergestellt und gehören in Museen mit Sammlungen zum Nationalsozialismus zu den häufigsten Objekten.
Das HJ-Abzeichen wie hier einfach nur stark vergrößert als Bild zu zeigen und als Kulisse für andere Exponate zu behandeln, macht die Objektgeschichte unsichtbar. Die Präsentation läuft zudem Gefahr, eine ohnehin verbreitete Faszination für nationalsozialistische Symbole zu bedienen.
Die Abzeichen üben auch heute noch eine Anziehungskraft aus und zirkulieren im Internet zum Verkauf, wie hier in einem italienischen Online-Shop.
Dem versuchen andere Ausstellungen entgegenzuwirken, indem sie eine Präsentation wählen, die im Nationalsozialismus massenhaft verbreiteten Abzeichen nicht zu überhöhen: Sie werden etwa als Massenware gezeigt, in einem Archivkarton statt in einer Vitrine ausgestellt oder es wird erklärt, wie sie ins Museum gekommen sind.

Aus der 2018 eröffnete Hauptausstellung im Haus der Geschichte Österreichs
Zwei Räume weiter findest Du die nächste Station. Es geht um die Frage, ob und wie diskriminierende Darstellungen ausgestellt werden können.
Bildnachweis:
1. Ehrenabzeichen der HJ © NS-DOK; 2. Sohn der Familie Fahlbusch © NS-DOK; 3. Abzeichen in der Sammlung des NS-DOK © privat; 4: Verkauf eines HJ-Ansteckers © RBNr Militaria; 5: Schachtel mit NS-Abzeichen © Margus Wörgötter; 6: Ausstellungsansicht Haus der Geschichte Österreichs © Lorenz Paulus/hdgö, CC-BY-SA 4.0 4.